Im Schatten der Burg Hagen

bullet1 Hagener Männer und Frauen

Hagen hat zu allen Zeiten Männer und Frauen hervorgebracht, die Bedeutendes geleistet haben.

Die Burg - an anderer Stelle auch Schloss Hagen genannt - brachte es mit sich, dass sich hohe Geistliche dort niederließen. Es waren verschiedene Erzbischöfe aus Bremen, aber auch adelige Damen (Königin Christine) und Herren aus Schweden, die ihre Günstlinge mit der Hagener Burg beglückten.

Die Burg war dann auch einmal Gefängnis, bevor sie zum Wohnsitz des Amtsrichters ausgebaut wurde und viele Jahre blieb.

Im Schatten der Burg wuchsen junge Menschen heran, die nicht nur - wie viele Vorfahren - in der Landwirtschaft, im Handel und im Handwerk tätig wurden. In den vergangenen Jahrzehnten wurde es vielen jungen Hagenern - Dank der Veränderung der Schulsysteme - ermöglicht, auch andere Berufe zu erlernen und sie auch auszuüben.

Die Folgen des 2. Weltkrieges waren auch in Hagen spürbar: Menschen aus dem Osten Deutschlands verschlug es nach Hagen. Sie hatten Berufe erlernt, die es in Hagen nicht gab, und das war eine Bereicherung, als sie sie dann ausübten. Sie brachten geistige Fähigkeiten mit, die bei der "uralten Bevölkerung" nicht gewachsen waren, weil es keine entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten gegeben hatte.

Wurden sie zunächst auch als Fremde betrachtet und von der alteingesessenen Bevölkerung misstrauisch betrachtet, war spätestens dann der Damm gebrochen, als der erste Heimatvertriebene als Schützenkönig gekürt wurde, aber auch dann, wenn eine "gemischte Hochzeit" gefeiert wurde.

"Im Schatten der Burg Hagen" wuchsen auch in meiner Generation Männer und Frauen heran, für die Hagen zu klein war, um ihre geistigen Fähigkeiten zu entfalten. Manch einer bildete sich fern der Heimat weiter und kam als Fachmann oder Fachfrau zurück und konnte eine Lücke füllen. Andere ergriffen die Chance, um etwas Neues zu bewirken und brachten weitere Vierlfalt in den einst verträumten Ort.

Die "Staleke", als Heimatzeitung gegründet, zeichnete in den vielen Jahrzehnten ihres Erscheinens auf, wie sich der Ort veränderte. Ehemalige Bewohner Hagens erkannten ihren Heimatort kaum wieder und berichteten, dass Hagen heute einer kleinen Stadt gleicht. Der Straßenverkehr muss durch Fußgängerampeln geordnet werden. Und der geplante Kreisverkehr um die Friedenslinde vor der Kirche wird das Erscheiningsbild noch einmal grundlegend verändern. Fachgeschäfte verschwanden, Super- und Diskontmärkte traten an ihre Stelle. Es wurde abgerissen, neu gebaut und manch ein erhaltenswertes Baudenkmal verschwand für immer und bleibt nur noch in der Ernnerung der "Alten" haften.

Als Hagen Sitz der Samtgemeindeverwaltung wurde und die Burg in die Obhut des Landkreises kam, war die Zeit des Verfalls der Burg zuende. Es entstand ein Kulturdenkmal, welches seinem Ruf durch viele kulturell hochkarätige Veranstaltungen gerecht wird.

Und immer wieder waren es Menschen, die Veränderungen bewirkt haben. "Im Schatten der Burg" können nur die Lebensabschnitte einiger weniger Menschen skizziert werden. Der/die eine hat mehr, die/der andere weniger zum Werden des Dorfes beigetragen, aber dennoch hat es sich gelohnt, den Spuren nachzugehen, die sie gelegt haben. Und es wäre doch sehr reizvoll, auch den Spuren der Menschen nachzugehen, die als "Hagener Originale" im Bewusstsein vieler Menschen hängen geblieben sind. Es wäre eine Bereicherung, auch deren Schicksal zu verfolgen.

Vielleicht wird ja wieder etwas daraus?